Stirb langsamer: Momentum aufbauen

Gepostet Von Ben am 20. Jul 2018 | Keine Kommentare


Mein Urlaub im Campingbus hat mir viel Zeit zum Nachdenken ermöglicht. So entspannt war ich schon lange nicht. Entschleunigung pur. Reduktion auf das Wesentliche.

Und dabei fiel mir auf, wie unzufrieden ich derzeit mit meiner körperlichen Verfassung bin. Ich fühle mich zu träge, nicht fit, irgendwie zu dick – ich will unbedingt etwas dagegen tun! Denn das körperliche Empfinden wirkt sich auf das Geistige aus.

Positive Veränderungen entstehen nicht von allein.

Ich habe festgestellt, dass ich ein Disziplin-Problem habe. Ausreden habe ich mir selbst gegenüber immer genug. Und genau da liegt die Herausforderung: Momentum aufzubauen. Mich in Bewegung zu versetzen, damit ich ins Handeln komme.

Proaktives Handeln für eine bessere Zukunft ist nötig, doch dabei will ich das Leben jetzt und hier nicht vernachlässigen. Momentum aufzubauen ist quasi Training für den Disziplin-Muskel. Man übt dranzubleiben, den Weg als das Ziel zu würdigen. Das wird wichtig sein, für alles was kommt.

 

„Wir reden garnicht über das Ziel. Wir reden darüber, wie wir dorthin gelangen.“ -Urban Meyer

 

…So die Geheimformel des Football Coaches Urban Meyer darüber, wie man einer Horde junger Kerle als Team Siegen lässt.

Auch wenn es eine Zeit gab, in der eben solche Ausreden wie „aktuell bin ich nicht gut drauf“ oder „ich brauche Ruhe und Erholung“ angebracht und ein wenig gerechtfertigt schienen, so ist es nun an der Zeit, wieder aktiver zu werden. Ich muss raus aus dem Sumpf.

Die Wochen und Monate der einschneidenden Veränderungen bzgl. meiner Trennung und dem damit verbundenen Auszug sind vorüber (ich hatte bei IG dazu Andeutungen gemacht). Es gilt nun, nach vorne zu blicken und mich und mein Leben neu aufzubauen.

 

 

Den Wiederaufbau aktiv gestalten

 

Die kommenden Wochen werde ich aktiv an meiner Selbstdisziplin arbeiten. Schritt für Schritt werde ich so meine Gesundheit verbessern und meine persönliche Work-Life-Balance entwickeln.

Gesundheit geht vor! Und Gesundheit bedeutet nicht die Abwesenheit von Krankheiten, sondern Wohlbefinden und Lebenslust. Dann wird es einfacher sein, mit anderen Dingen durchzustarten.

Nein, ich vertage nicht mein Glück damit. Denn ich kann weiterhin an meinem Buchprojekt arbeiten und meine Ideen verfolgen. Es geht eher darum, Schwerpunkte zu setzen. Jetzt ist Wohlbefinden mein Schwerpunkt. Und wenn diese Maschine läuft, lege ich den Schwerpunkt wieder anders.

 

Besser essen

 

Schritt 1 wird deshalb sein, meine Ernährung zu verbessern. Ich will bewusster, ausgewogener und dadurch auch weniger essen. Als fast-Veganer gar nicht so schwer, viel Obst und Gemüse zu essen.

Bisher habe ich sehr viel Bequemlichkeit an den Tag gelegt. Zu viel „schnelles“ Essen wie Tiefkühlkost und stark aufbereitete Nahrung (Pommes, Weißbrot, etc). Außerdem merke ich immer wieder, wie sich Alkohol ungünstig auf mein Wohlbefinden auswirkt. Dabei trinke ich kaum etwas.

Das liegt vermutlich an meiner deutlich bewussteren Lebensweise. Also werde ich den Alkohol mal eine Weile ganz weg lassen und schauen, wie es sich anfühlt. Ebenso werden Kartoffelchips und Süßigkeiten verbannt – das wird hart!

Ich werde mehr selber kochen und meinen neuen, äußerst genialen Induktionsherd nutzen. Das Anschließen  (lassen) hat mich genug Zeit, Nerven und zu viel ungeplantes Geld gekostet. Früher habe ich viel mehr nach Ayurveda-Rezepten gekocht. Das soll nun wieder aufleben.

Was die Menge an Nahrung angeht, so stehen wir modernen Menschen ja vor einem Überangebot. Man soll ja angeblich schon mit weniger als der Hälfte der bei uns üblichen Menge pro Tag auskommen können. Ohne zu hungern natürlich.

Und mein schon länger bekanntes inneres Mangelgefühl lässt mich noch oft zu viel Essen in mich hineinstopfen. Langsamer zu essen hilft dabei, das Sättigungsgefühl besser wahrzunehmen. Das möchte ich nicht mehr übergehen, also übe ich mich darin, aufzuhören, wenn ich satt bin. Ein Glas Wasser vor dem Essen hilft auch dabei.

 

Mehr Bewegung im Alltag

 

Schritt 2 wird parallel gestartet: viel Sport und Bewegung. Ich treibe mehr oder weniger regelmäßig Sport, jedoch reicht das hinten und vorne nicht.

Der Mensch ist für Bewegung geboren! Nicht zum Liegen, Sitzen oder in einer Warteschlange zu stehen. Deshalb bin ich schon sehr dankbar über meinen elektrisch verstellbaren Tisch im Büro. Bei den Treppen in den vierten Stock komme ich aber viel zu schnell ausser Atem.

Es gibt zudem einige unvermeidbare Trägheitsprobleme: fast 2 Stunden Sitzen im Auto pro Tag, Sitzen in Meetings, abends vor der Glotze oder am PC. Wer viel träge ist, wird noch träger – so ticken wir Menschen.

Aktive Zeiten wechselten sich früher, also vor der industriellen Revolution, mit trägen Zeiten ab. Wir lieben es, träge sein zu können, weil es eine Ausnahme war. Sowas gab es zu Jäger- und Sammlerzeiten eher selten. Es war Luxus. Und unsere Gehirne und unser Unterbewusstsein ticken heute noch immer so wie früher. Die Folge davon ist, wir leben heute falsch herum: 90% träge und 10% aktiv.

Was sich nicht erneuert und bewegt, stirbt langsam. Wenn die Rückenmuskulatur nicht benutzt wird, verkümmert sie. Zu wenig Bewegung verschlechtert den Stoffwechsel. Wir vergiften uns selbst. Und natürlich trägt eine falsche Ernährung zusätzlich dazu bei, kranker und kranker zu werden.

 

Ganzheitlich Denken und Handeln

 

Deshalb können Schritt 1 und 2 nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Schritt 1 (Ernährungsumstellung) kann jeder sofort tun. Schritt 2 (Bewegung) sollte nicht zu übertrieben gestartet werden.

So wie ich einen Mangel an Disziplin habe, so mangelt es mir nicht an Enthusiasmus. Starten ist immer leicht. Durchhalten ist das, was mir schwerfällt. Dabei hilft ein starkes Warum.

Stark wird es, wenn eine große emotionale Komponente hinzugefügt wird: Ich will ein starkes Vorbild für meinen Sohn sein, mich topfit fühlen und mit meinen bald 40 Jahren noch immer gut beim Trampolinspringen mitmachen können. Bei guter Gesundheit lässt sich auch alles andere im Leben viel besser genießen. Ich habe viel vor, also ist das Grundlagenarbeit.

Und Bewegung macht mir Spaß! Jedenfalls kann es Spaß machen. Sport heißt ja nicht nur Liegestütze und Crunches. Man kann ja auch regelmäßig Trampolinspringen und Schwimmen gehen. Auch eine Radtour kann genial sein. Ein Spaziergang am Abend kann auch Stress abbauen und ein Ruheritual für besseren Schlaf sein.

 

Momentum aufbauen

 

Wichtiger als jeder Fortschritt ist jedoch das Momentum. In Schwung kommen. Wie ein Güterzug, der beim Anfahren lange Zeit und viel Kraft benötigt, braucht es am Anfang viel Disziplin. Später, bei voller Fahrt, wird auch eine stabile Mauer den Güterzug nicht aufhalten können.

Auch dann, wenn die bessere Gewohnheit angenommen wurde, braucht es noch Disziplin. Nur eben nicht mehr so viel.

Früher habe ich mich immer selbst zu Höchstleistungen angetrieben. Und schnell musste es gehen. Nichts war gut genug. Dann wurde ich immer sofort krank. Erkältung. Und alles war hinüber. Mein Körper und meine Seele haben meinen Verstand und mein falsches Ich ausgebremst.

Das soll diesmal möglichst nicht passieren. Es gilt, die richtige Balance zu finden zwischen Aktion und Ruhe. Es soll Spaß machen!

Ich darf mir also nicht zu viel auf einmal vornehmen. Wie die Flugzeuge, die nacheinander zum Start auf die Rollbahn gelotst werden, so sollte man eine Sache mach der anderen anpacken. Und natürlich den Anfang leicht machen, nicht zu anstrengend. Damit es auch was wird…

 

Ich starte ohne detaillierten Plan

 

Ein grober Plan muss schon sein, abgestimmt auf meine Möglichkeiten und Grenzen. Details werde ich diesmal nicht vorausplanen, sondern verschiedenes ausprobieren und ggf. rückwärts notieren. Das Ziel: jede Woche möglichst viele unterschiedliche Bewegungen einbauen. Und einen Ruhetag.

Die Ernährungsumstellung soll keinem heeren Ziel unterliegen, einfach nur frische und abwechslungsreiche Kost, und bewusster essen. Dabei möchte ich gern auf mein Körpergefühl horchen. Ich habe keine Lust, daraus eine Wissenschaft zu machen.

Wenn ich Lust auf Äpfel habe, esse ich welche. Wenn ich satt bin, höre ich auf und behalte den Rest für später. Ich werde keine Proteinshakes oder sonstige Spezialnahrung nutzen.

Wie kann das also aussehen?
Möglichst täglich (außer am Ruhetag) morgens 15 min Sport vor dem Duschen. Abwechslungsreiche Übungen einbauen – da habe ich schon so vieles ausprobiert, das wird kein Problem sein. Plus leichte Bewegung am Nachmittag/Abend, die den Spaßfaktor nicht zu kurz kommen lässt.

Es bietet sich an, dies als 30 Tage Challenge anzugehen. Es wird wahrscheinlich eher 60 Tage dauern, bis man was sieht. Nach 30 Tagen sollte es aber ganz gut laufen, um dann weiter zu machen.

Wenn Du magst, kannst Du Dich gern anschließen – dann unterstützt man sich gegenseitig!

 

 

Bildquelle: „Thumbs Up for Running“ von Werner Schwehm

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