Mein Fazit nach 6 Monaten Meditation

Gepostet Von Ben am 15. Feb 2018 | Keine Kommentare


Ein Bericht über mein bisher größtes Geschenk an mich selbst, meine beste Investition!

 

 

Über das Problem

 

Seit der industriellen Revolution hat sich das Denken der Menschen verändert. Höher, schneller, weiter. Wir meinen, über der Natur zu stehen. Wir können alles schaffen, wir müssen nur wollen. Und so werden wir von klein auf so erzogen. Leistung, stetig und rastlos, sei das A und O.

Diese Denkweise ist meiner Meinung nach nicht zielführend. Nicht „nachhaltig“. Was wir als fühlende Wesen suchen, ist nicht da zu finden, wo wir meinen. Nicht auf diese Weise, nicht mit „Dingen“ oder „Macht“. Unsere westliche, moderne Lebensweise ist doch quasi jetzt schon von gestern… Ich bin jedenfalls raus.

Wieviel bzw. was brauche ich wirklich, um ein zufriedenes Leben zu führen? Wie heilt man von dieser inhaltsleeren und endlosen Sehnsucht?

Nicht durch Erfüllung von Wünschen, sondern durch Loslassen. Und durch Selbsterkenntnis, den Kontakt zu sich selbst wieder herstellen, zu den tieferen Ebenen. Wahre menschliche Werte leben.

Und so lautet mein Entschluss, eine langsame Entgiftung von der kapitalistischen Lebensweise und ihrem bescheuerten Auftrag, wir mögen niemals ruhen, anzugehen. Ich kann das System nicht ändern, also muss ich es für meine „Zwecke“ nutzen, vorhandene Möglichkeiten sinnvoll zusammenführen.

Sinn entsteht aus sinnvollem Tun. Und doch wird es umso schlimmer, je mehr wir nach einem Sinn suchen. Analysis-Paralysis, zu viel Denken führt in eine Sackgasse oder in ein neues Hamsterrad.

 

So scheint es mir besser, die Frage nach dem Sinn loszulassen und meine Kräfte mit Hingabe und Kreativität in Dinge zu investieren, die sich richtig anfühlen. Und dazu bedarf es eben dieser Bewußtheit und Verbindung zu sich selbst. Je mehr man sich selbst kennt, wenn man empathisch ist, desto besser wird das Leben bzw. es bekommt die Chance dazu.

Eine wesentliche Säule bei der Selbsterkenntnis ist für mich Meditation geworden.

 

 

Wie Alles Begann

 

Allgemein habe ich mit Meditation quasi aus Verzweiflung heraus begonnen. Ich konnte keine innere Ruhe finden. Das war die Zeit, als ich zu Hause und lange krank geschrieben war. Ich war rastlos und krank zugleich. Mir fiel die Decke auf den Kopf, doch so recht in der Lage etwas aktiv zu tun war ich auch nicht. Also begann ich mit einem Video-/ Audiokurs über Meditation mit geführten Einheiten.

Dabei war der Schwerpunkt auf dem Beobachten des Atems und des Körpergefühls. Anfangs kurze Zeiteinheiten, später etwas länger. Ich hatte auch erste kleine Erfolge, doch irgendwas war da noch. Es kostete mich immense Konzentration, und das war sehr frustrierend. Ja, es war irgendwie anstrengend.

Und „Kraft“ hatte ich ja damals so schon kaum. Hinzu kam, dass immer dann, wenn ich soweit war mich zu entspannen, mir wieder jemand ins Ohr quatschte. Oder ich den Atem wieder verändert hatte und ihn nicht frei fließen ließ.

Also probierte ich es weiter, ohne die Tonspur. Und doch wollte es einfach nicht klappen, richtig abzuschalten. Nach einiger Zeit gab ich es auf. Ich machte lieber Spaziergänge im Wald und am See. (Übrigens auch uneingeschränkt empfehlenswert! Im Wald hat man bekanntlich eine Verbindung, die kein WLAN der Welt ersetzen kann.)

 

Später dann wurde ich auf eine Anzeige aufmerksam über Transzendentale Meditation (TM). Erstmal ein schwieriges Wort „transzendental“ – was sollte das nun wieder bedeuten? Ich war neugierig und las im Internet nach. Das klang interessant für mich, da ich schon lange kein Gefühl der Besserung mehr verspürte.

Ich besuchte den nächstmöglichen Info-Vortrag dazu und erwartete erstmal gar nichts. Zuerst schreckte mich das etwas ab, welche „Anforderungen“ wohl dahinter stehen könnten. Doch wie das so ist, wenn der Leidensdruck groß genug ist… So sagte ich mir, probier es aus!

 

Jetzt, nach 6 Monaten so gut wie täglichem, regelmäßigen Meditierens möchte ich also einen Zwischenbericht abgeben.

 

Vor kurzem hatte ich einen vertiefenden Wochenendkurs dazu. Das war nochmal eine irre Erfahrung! Im Zuge dessen habe ich mich dazu entschieden, mir (noch mehr) Zeit dafür zu nehmen. Ich werde mich auch weiter inhaltlich mit dem Thema Meditation und Bewusstsein befassen. Weil es unglaubliches Potenzial hat. 

 

 

Was mir Meditation (TM) gibt – Wie es bei mir wirkt

 

Zunächst einmal, das habe ich ja schon beschrieben, fühle ich mich verdammt gut! Ich schlafe auch besser, wache manchmal sogar erholt vor dem Wecker auf. Sowas kannte ich bisher gar nicht. Ich kann mich besser konzentrieren, bin emotional „ausgeglichen“. Ich bin deutlich mehr im Moment präsent.

Es ist mir möglich, nicht so viel Negatives an mich heran zu lassen, und ich fühle mich deutlich weniger gestresst. Aktuell fühle ich mich so gut wie überhaupt nicht gestresst. Und sollte doch mal Hektik aufkommen, kann ich besser damit umgehen.

 

Ob jetzt all diese Veränderungen ausschließlich auf die TM zurückzuführen sind, ist schwer bis garnicht beweisbar. Alles bisherige zusammen hat wahrscheinlich seine positive Wirkung gehabt.

Allerdings meine ich sagen zu können, dass meine gute Entwicklung ohne die TM viel länger gedauert hätte. Warum?

 

Zum Beispiel lösten sich während bzw. nach der Meditation oft tiefe (Stress-)Gefühle in Nichts auf. Oder es wird klarer, was genau hinter diesem Gefühl steckt. Jedenfalls hatte ich das einige Male. Auf einmal war es völlig präsent und klar, woher etwas kam. Meditation hilft bei der Ursachenbeseitigung, während die meisten Stressbewältigungsmaßnahmen nur bei den Symptomen ansetzen. 

 

Folgendes spricht auch sehr dafür, dass es insgesamt einen Wahnsinnseffekt auf mich hat: ich freue mich sowohl früh am Morgen (ich meine 05:15h!), als auch am frühen Abend sehr darauf, wieder meditieren zu können. Und ich empfinde es als sehr ungünstig, wenn es mal nicht zweimal täglich klappt – aus Zeitgründen. Daran will ich ja nun arbeiten.

Es gibt mir auch das Gefühl, einer angenehmen Genügsamkeit. Ich habe nicht das Gefühl, anders sein zu müssen als ich bin. Ich würde sogar behaupten, dass auf diese Weise Selbstverwirklichung mühelos gelingt. Ich habe kein Verlangen mehr danach, akut etwas ändern zu müssen. Das Ziel eines guten Lebens schon jetzt, nicht erst in der Zukunft, hat sich dadurch zum Großteil verwirklicht.

 

D.h. nicht, dass ich mir keine Ziele mehr setzen will. Auch wenn ich eine große Dankbarkeit verspüre, für das was ist, so sehe ich den aktuellen Zustand als gute Basis für sinnvolle Veränderungen an. Und aktuell scheint alles irgendwie leichter zu gehen.

 

Durch Loslassen geht alles seinen Gang. Die Welt gehört denen, die loslassen. Aber wenn Du es versuchst und versuchst, verbleibt die Welt hinter dem Gewinnen.

– Lao Tzu

 

Möglicherweise ist somit ein gutes Stück von dem Weg zu einem Leben, von dem man keinen Urlaub braucht, geschafft. Mal schauen, wie es sich weiter entwickelt!

 

 

Was man nicht muss

 

Das möchte ich hier unbedingt mal loswerden. 😉 Die regelrechte Informationsflut und die Werbung führt dazu, dass viele Menschen möglicherweise ein falsches Bild über Meditation haben. Und da es scheinbar trendy ist, wird überall Halbwissen gestreut. Das werde ich hier nicht tun.

Alles in allem ist das, was man nicht muss, viel mehr als das, was nötig ist!

Man muss keineswegs im Schneidersitz meditieren. Man kann sitzen, wo und wie man will. (Ja, es geht auch in der Bahn, auch wenn es nicht optimal ist.) Man braucht keine besonderen Fähigkeiten, keine App, oder irgendwelches Equipment dafür. Niemand muss jetzt extra dafür an Gott glauben, oder religiös werden, oder leben wie ein Mönch oder eine Nonne. Man muss auch keine Räucherstäbchen gut finden, oder zum „Öko“ mutieren.

 

Man muss sich bei der TM nicht konzentrieren! Nicht auf den Atem, nicht auf irgendwelche Körperteile. Gar nicht.

Die Form der Meditation (TM), über die ich hier schreibe, ist quasi für Jeden geeignet. Diese Technik lässt sich tatsächlich mühelos anwenden. Man kann auch kaum zu alt dafür sein, denke ich. Ganz im Gegenteil, es kann sogar nochmal einen positiven Schub in den „Herbst des Lebens“ bringen (meine Überzeugung)! Zumindest sofern man keine wesentlichen Einschränkungen hat.

 

Nötig ist nur ein klein wenig Selbstdisziplin, insbesondere am Start, damit es regelmäßig gemacht werden kann. Man muss sich diese Zeit eben nehmen. Und man muss es auf die richtige Weise von einem Lehrer beigebracht und überprüft bekommen. Mehr braucht es nicht. Diese wenigen Dinge, die sein müssen, sind allerdings äußerst wichtig.

 

Wenn Du lieber Videos magst, kannst Du hier in knapp 3 Minuten verstehen, was die TM ist bzw. was sie nicht ist. Das erklärt es wirklich nochmal sehr gut.

 

 

Wie funktioniert die TM?

 

Die genaue Erklärung dieser Technik soll möglichst den TM-Lehrern überlassen bleiben. Ich will auf keinen Fall auch noch Halbwissen streuen.

Ich möchte nur kurz zusammenfassen, wie das Ganze grob funktioniert, damit Du einen Überblick bekommst. Haufenweise Informationen dazu findest Du unter www.meditation.de!
Bei Interesse einfach einen Info-Vortrag besuchen. Oder Du meldest Dich bei mir und ich kann vermitteln.

 

Unser Geist kann anscheinend nur kurze Zeit ohne Gedanken auskommen. Deshalb gibt man dem Geist sozusagen etwas zu tun, in dem man auf sanfte Weise ein Mantra denkt. Das Mantra ist ein auf die jeweilige Person zugeschnittener Wortklang, es hat also keinen Inhalt und ist deshalb so wirkungsvoll.

Dabei ist es keineswegs egal, welches Mantra man nutzt. Es wird Dir vom Meditationslehrer „gegeben“. Es hat starken Einfluss darauf, wie sich die Dinge entwickeln (können). Durch das sanfte Denken des Mantras kommen der Geist und der Körper zur Ruhe. Es wird ein Zustand erreicht, der ruhiger ist als der Tiefschlaf. Man gelangt so in feinere Ebenen des Geistes.

Durch die Meditation selbst werden im Körper, im Nervensystem, sozusagen „Knoten“ (Stresse) gelöst, die sich in Form von Gedankenfetzen ausdrücken und an die Oberfläche gelangen. Diese Gedanken erscheinen aktuell und relevant. Sie vergehen jedoch oft schnell, in dem man mit dem Mantra weitermacht. Das kann auch mal recht lustig sein, was da so an kleinen Filmchen abläuft.

Je nachdem, wie das Befinden ist, wirkt die Meditation erfrischend, oder es löst sich Müdigkeit. Es ist daher ratsam, sich nach dem Meditieren noch einen Moment Ruhe zu gönnen, bevor man wieder aktiv wird.

 

Es hat sich im Großen und Ganzen bewährt, morgens und abends etwa 20 Minuten zu meditieren. Plus davor und danach einige Minuten „runter kommen“ und entspannen. „Viel hilft viel“ ist allerdings auch nicht angebracht. Wenn man sich an diese Rahmenbedingungen hält, wirkt es sehr gut.

Dabei ist es so, dass jede Einheit wichtig und hilfreich ist. Auch wenn es sich mal so anfühlt, als hätte es diesmal nicht so gut geklappt. Man darf nichts erwarten. Man muss es „geschehen lassen“. Und einfach weiter machen.

 

Die Erfahrung, wie es sich anfühlt, zu „transzendieren“, muss wirklich jeder für sich machen. Wenn ich das hier beschreiben würde, entstünde nur eine Erwartungshaltung, die das Erlebnis verfälscht. Und das will ich Dir nicht antun. 😉

 

 

Mein Fazit

 

Für mich läuft alles darauf hinaus: Was ich suche bzw. meine gefunden zu haben, ist die Chance auf ein Leben in Balance, mit Leichtigkeit, entspannt, ohne dauerhaften Zwang, Druck, Neid, und so weiter. Was ich – wir? – suche(n) ist doch eine Art Seelenfrieden und tiefe Erfüllung, das Ende des Leidens. Oder nicht?

 

Jahrtausende altes Wissen ist heute relevanter denn je und hält seit jeher Antworten bereit. Überliefert von denen, die schon lange vor unserer Zeit ähnliche, vielleicht sogar fast dieselben Schwierigkeiten mit ihren „verdammten Gehirnen“ hatten. Wir müssen uns nur dafür öffnen. Und bei alten Texten, wie zum Beispiel der Bibel, zwischen den Zeilen lesen. Uns öffnen für eine oder mehrere mögliche Wahrheiten. Und das Thema Bewusstsein und Meditation hat erstmal rein garnichts mit Religion zu tun.

Man darf ja nicht vergessen, dass diese alten Geschichten über Jahrhunderte nur mündlich überliefert wurden. Und dass diejenigen, die es niederschrieben, vielleicht nur begrenzt verstehen konnten, was dahinter stand. Übersetzungen wurden zudem vielleicht fehlerhaft gemacht, wenig hinterfragt.

Keine Theorie schlägt die eigene Erfahrung! – Trotz unserers Fortschritts wissen wir Menschen noch immer zu wenig über uns selbst.

 

Mein Dank an dieser Stelle gilt der lieben Kathrin, die mich damals gefragt hat, was sich denn ändern würde, wenn ich mein Ziel „reich“ sein zu wollen, erreicht hätte. Denn diese einfache Frage war nicht so leicht zu beantworten. Es ist das Warum hinter dem Warum.

Ich habe endlich gemerkt: Was ich – oder wir? – eigentlich suche(n), ist nicht im Außen zu finden. Richten wir unseren Blick nach innen, und erfahren wir, was es heißt, die Verbindung zu sich selbst (und mehr) zu spüren. Vertrauen zu erfahren, ohne verstehen zu müssen. Es ist ein Geschenk. Eine unglaubliche Fülle, Wärme, Frieden. Alles andere, das sogenannte Weltliche, ist dann kein Muss mehr.

 

Diese Erfahrung kann man nicht beschreiben. Sie muss einfach gemacht werden.

In diesem Sinne, Namasté. 😉

 

Bildquelle: selbst geknipst im Winter 2016/2017.

 

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