Ich fang nochmal neu an!

Gepostet Von Ben am 22. Feb 2018 | Keine Kommentare


Wie baut man einen riesigen Berg Schulden ab?
– Indem man klein anfängt.

 

Zuerst die kleinen Beträge voll tilgen, erst dann die Größeren angehen. Warum sollte man das so machen? Weil es so genanntes Momentum bringt. Man kommt in Schwung, hat erste kleine Erfolge und das motiviert, weiter zu machen. Zuerst den großen Berg angehen frustriert nur.

 

Zum Glück bin ich nicht hoch verschuldet, aber ich hab sozusagen Schulden bei mir selbst.

 

Denn ich schulde meinen Träumen noch Leben.

-Unbekannt

 

In einem Gastartikel bei burnoutside.com habe ich beschrieben, dass sich meine Wünsche über Jahre hinweg zu einer fiesen Sehnsucht entwickelt haben, weil ich mir selbst zu wenig gegönnt und zu lange nur noch funktioniert habe.

 

Wie heilt man Sehnsucht? Indem man sich zum Einen natürlich kleine Wünsche erfüllt. Wie bei den zuvor beispielhaft genannten Schulden, erst klein anfangen, dann langsam größer werden. Zum Anderen ist es aber wichtig, dass ich nun meinen eigenen Weg gehe und mich nicht mehr durch die falschen Beweggründe, wie Ängste, „falsche“ Vorbilder und innere Zwänge leiten lasse.

 

Ich habe ja ein gutes Stück Weg hinter mir, und ein großer Teil des Weges kommt erst noch.

 

 

Innere Zwänge erkennen

 

Was meine ich mit inneren Zwängen? Die Band „Wir sind Helden“ hat es mit Ihrem Lied „Müssen nur Wollen“ ziemlich gut auf den Punkt gebracht.

 

(…) Muss ich immer alles müssen was ich kann
Eine Hand in den Sternen
Die andre am Hintern vom Vordermann
Das ist das Land der begrenzten Unmöglichkeiten
Wir können Pferde ohne Beine rückwärts reiten
Wir können alles was zu eng ist mit dem Schlagbohrer weiten
Können glücklich sein und trotzdem Konzerne leiten (…)

 

Ich muss nicht alles müssen, was ich kann. Ich werde mir ausreichend Zeit damit lassen, herauszufinden, was wirklich zu mir passt. Durch Ausprobieren und Aufschreiben. Wie das hilft, schreibe ich im nächsten Artikel…

 

Nicht alles muss immer langfristig passen. Das Leben findet jetzt statt. Es ist doch besser umsetzen, was ich jetzt tun will. Nicht erst morgen, oder sonstwann. Ich fange also einfach nochmal neu an.

 

 

Völlig ohne Ziele leben oder doch lieber mit Plan?

 

Bisher habe ich es geliebt, zu planen, bis ins kleinste Detail. Doch ich habe gemerkt, dass dann folgendes passiert:
Sobald Abweichungen zum Plan auftauchten, zum Beispiel es ging nicht schnell genug, oder die Ergebnisse entsprachen nicht meinen Vorstellungen, dann stresste mich das.

 

Stress entsteht nur im Kopf. Denn das (Wunsch-)Bild ist verdammt real.
Ganz ohne Plan wird´s aber auch nix. Also muss ein anderer Weg her. Irgendwo in der Mitte liegt „die Wahrheit“.

 

Die Philosophie der Stoiker bietet hier schönes, altes Wissen:
Wer strebt und erwartet, wird enttäuscht. Deshalb brauchen wir Akzeptanz, wenn etwas verloren geht. Und wir erhalten Freude beim Gewinn. Das ist Loslassen als Prinzip: Dinge, die wir nicht ändern können, zu akzeptieren. Aber auch das beeinflussen, was in unserer Macht liegt!

 

Es ist der Prozess, der zählt. Die Richtigen Dinge tun, um des Tuns willen. Das Ergebnis sollte davon entkoppelt werden. Die Erwartungen an das Ergebnis erst recht. Eine Balance aus Müßiggang und Strebsamkeit, beides gehört mittlerweile für mich zu einem erfüllten Leben dazu.

 

Meine Vorhaben brauchen eine Richtschnur. Den roten Faden. Gar nicht so einfach, wenn man so viele Interessen hat, wie ich.

 

 

Den Roten Faden finden

 

Ich brauche etwas, auf das ich hinarbeiten kann. Sonst wäre das Leben doch super langweilig. Sinnstiftende, kreative Tätigkeit sollte das Ziel sein. Aktuell bin ich mir noch nicht 100%-ig sicher, was genau ich will. Das macht aber nichts. Ich fange einfach an.

 

Aktuell laufen die Dinge schon mal ziemlich gut, die grobe Richtung passt. Tendenz aufwärts. Abwärts ist auch schwer vorstellbar, da ich das auch nicht mehr zulassen würde.

 

Wenn es einem Menschen sehr gut geht, ist der richtige Zeitpunkt dafür, sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Nicht erst, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

 

Mein erster Anlauf damals war „ganz ok“, allerdings haben mich die paar Fehler dabei, ziemlich fertig gemacht. Mein Scheitern war im Grunde vorprogrammiert. Sagen wir, ich bewerte das mal mit einer 6 von 10 – und dass heißt im Klartext „Scheiße“. Denn wenn etwas nicht mindestens 8 von 10 Punkten wert ist, dann ist es zu weit links auf der Skala. Ist dieser Anspruch zu hoch? Nein, Mittelmaß will ich nicht mehr.

 

 

Locker bleiben und kleine Schritte wagen

 

Rückblickend muss ich natürlich eine gewisse Vorsicht walten lassen, um mich nicht wieder daran aufzureiben. Persönlichkeitsentwicklung endet sowieso nie. Das tolle daran ist doch, durch mein Scheitern habe ich unglaublich viel gelernt.

 

Ich werde meine Ziele sozusagen loslassen, locker lassen, damit sie sich entwickeln können. Und damit ich Raum für positive Entwicklung habe. Es geht nicht immer geradeaus. Und so mancher Umweg stellt sich oft als super Erlebnis heraus.

 

Mich freizumachen von dem „Ich will aber unbedingt“, als hinge irgendwas davon ab, führt jetzt schon dazu, dass der Druck weg ist. So nutze ich die Zielfindung eher als Kompaßnadel, oder als roten Faden. Und nicht mehr als fixes Konstrukt.

 

 

Kleine Wünsche bedienen

 

Meine damalige Ausgangslage war nicht besonders gut. Völlig fertig und voller Sehnsüchte, zerfressen von Neid und Ärger, der sich gegen mich selbst richtete. Ich war getrieben von Ängsten und negativen Energien.

 

Es war eine harte Lektion zu merken, dass ich nicht im Einklang mit mir selbst gehandelt habe und dass man durchaus richtige Dinge aus den falschen Gründen tun kann.

 

Ich spüre allerdings noch immer, heute fast noch mehr, einen starken Wunsch nach (mindestens) einem eigenen Produkt. Ein Ergebnis meiner Krativität.

 

Also etwas unternehmerisches soll es sein. Und das Produkt soll möglichst nicht „irgendwas“ sein, sondern etwas, das zu mir passt und „cool“ ist, also einen oder mehrere meiner Werte bedient, und möglichst Menschen hilft, oder ihnen Freude bereitet.

 

Prinzipiell ist doch jeder Mensch Unternehmer: jeder ist CEO seines Lebens. Man braucht also auch ein CEO-Mindset: eine gute, positive Grundeinstellung für Wachstum.

 

Aktuell möchte ich gern ein eigenes Buch schreiben. Ich liebe es, zu schreiben. Man könnte sagen, ich folge meiner Eingebung. Meinem Gefühl. Die klare Richtung ist noch etwas nebelig. Aber vielleicht wird ja etwas schönes daraus. Und dieses Ziel ist klein genug, um es schaffen zu können. Aber auch anspruchsvoll genug, um nicht langweilig zu sein.

 

Meine Reiselust bediene ich zudem jetzt Stück für Stück. In Kürze geht der Flieger ab nach Malta. Da wollte ich schon lange mal hin.

 

 

Echt jetzt? Unternehmer?

 

Ich mag es, direkten Einfluss auf Ergebnisse zu haben.

 

In meinem Job komme ich gut zurecht. Allerdings ist Management jeder Art nun mal ein indirektes Arbeiten, mit indirektem Einfluss auf Ergebnisse. Das ist auch sehr gut, ich kann Dinge bewegen, die größer sind, als ich es allein jemals könnte. Doch mich zieht es schon auch auf die andere Seite, ins Unternehmertum.

 

Sicher, auch als Unternehmer muss man lenken und braucht Unterstützung. Da ist ohne Management-Tätigkeit nichts zu machen. Der Unterschied ist, dass es dann zum Großteil eigene Zielsetzungen sind. Mit allen Vor- und Nachteilen natürlich.

 

Was mich nicht mehr loslässt, ist ein Gefühl, dass ich durchaus Ideen habe, um „etwas großartiges zu erschaffen“, wie es so schön heißt.

 

Mein erster Ansatz ist hier – dieses Projekt, der Blog, und hoffentlich auch ein passendes Produkt, das irgendwann daraus mal entstehen mag. Es ist mein kleines Experiment, meine „Kunst“ (das Schreiben) offen zu präsentieren. Das lag früher mal weit außerhalb meiner Komfortzone. Bin gespannt, wie es sich mal entwickelt.

 

Was ich aber zusätzlich spüre ist eine Art „Ruf“, irgendwann ein physisches Business zu erschaffen. Robert Kiyosaki nennt das in seinen Büchern (ich las die englische Version) „to create an asset from scratch“, also einen Wert aus dem Nichts heraus aufzubauen. Das klingt für mich so dermaßen geil, da kann ich nicht widerstehen. Das lässt mich schon lange nicht mehr los.

 

Dabei geht es mir tatsächlich nicht ums Geld. Das mag für viele klingen wie ein schlechter Witz. Ist aber wirklich so gemeint. Ich will das aus Überzeugung machen, weil ich meine, dieses Produkt müsse zum Leben erweckt werden. Ich finde, nur so sollte es sein, nur so kann man voll dahinter stehen und die harte Arbeit dahinter schaffen und überstehen. Der Witz ist ja, dass es einem nicht wie harte Arbeit vorkommt, wenn die Idee Dich vollkommen erfüllt.

 

Frei nach Seth Godin: Wie kannst Du es wagen, Dein Kunstwerk der Welt vorzuenthalten!?

 

 

Das liebe Geld

 

Wenn mein(e) Produkt(e) es wert sind, wird es sich auch auszahlen. Und wenn nicht, dann wohl nicht!? – Bis dahin wird es nicht einfach werden, das ist mal Fakt.

 

Geld ist ein wesentlicher Faktor. Um ehrlich zu sein, ist das mit mir und dem Geld so eine Art Hass-Liebe. Alles dreht sich irgendwie nur darum, obwohl es doch nur ein Hilfsmittel sein soll. Es ist, als hätte man die Mathematik zum Selbstzweck gemacht, während sie doch im Grunde den Naturwissenschaften hilfreich dienen sollte.

 

Also liegt es an mir weiter zu lernen, wie man mit Geld (noch) besser umgeht, wie man es für sich nutzt und es arbeiten lässt. Bzw. Wege zu finden, um ans jeweilige Ziel zu gelangen. Aber auch Unterstützer zu finden.

 

Auch dieses Ziel eines physischen Unternehmens, so weit entfernt es auch scheinen mag, ist interessant und anspruchsvoll. Und in kleine Scheiben aufgeteilt, durchaus machbar. Andere haben es ja auch geschafft.

 

Es ist ja eine der wesentlichen Hürden beim Unternehmertum. Die Grundbedürfnisse meiner Wenigkeit und meiner Familie decken zu können. Vor allem am Anfang keine leichte Aufgabe. Ich habe großen Respekt davor.

 

Für mich bedeutet diese Hürde, dass ich einen guten Mittelweg finden muss zwischen meinen Hobbies, denn mehr ist es aktuell nicht (ich verdiene aktuell Null Komma Null Euro damit), und dem Vollzeit-Job.

 

Starke Einschnitte in der Lebensqualität über viele Jahre möchte ich ja nun auch nicht unbedingt. Schon garnicht als Auslöser für andere. Keiner soll wegen meiner „Schnapsideen“ leiden müssen. Wobei ich sagen muss, dass ich kein Luxus-Typ bin. Wir alle nicht. Aktuell interessiert mich daher auch ein praktikabler Minimalismus, ohne „traumatische“ Einschnitte. Das kann sehr hilfreich sein beim Sparen für schlechte Zeiten…

 

 

Ein Plan ohne Muss

 

Da ich ja nun ausreichend viel gelernt haben sollte, um zumindest einen guten Neuanfang anzugehen, bin ich sehr gespannt. Mein Plan wird daher etwas anders aussehen, als bisher. Ein Plan ohne Muss – geht das überhaupt? Wird sich zeigen.

 

Die größte Herausforderung wird sein, das im Alltag zu etablieren, ohne die Familie, die Gesundheit, Freunde und den Job negativ zu beeinflussen. Das bedeutet, die Zeitportionen dafür sind sehr knapp bemessen. Und so braucht es durchaus Fokus und Disziplin.

 

Nun will ich natürlich die erforderliche Balance und die nötige Ruhe zwingend beibehalten. Das ist übrigens neuerdings trendy, denn solche Konzepte gibt es mittlerweile viele. Sich kaputt zu arbeiten ist out. Eine gute Entwicklung!

 

 

Wie also wird dieser Plan aussehen?

 

Man nehme langfristige Ziele (5-Jahres-Horizont), und teile sie auf in Jahresziele, sowie kleine Schritte, die konkret umsetzbar sind. Nix neues also. Man verzichte jedoch auf das Müssen. Ist ja auch erstmal quasi „nur Hobby“. 🙂

 

In meinem Fall werde ich versuchen, zuerst gute Gewohnheiten für Sport, Ernährung und Meditation zu etablieren, indem ich 30 Tage Challenges angehe. Ohne zu überfordern, es soll ja Spaß machen.

 

Immer wenn ich Muße habe, werde ich an dem Buch schreiben, statt Fernsehen zum Beispiel. Bevor die vielen Ideen weg sind. Hierfür brauche ich noch einen groben Plan, der genug Raum lässt. Es gibt aber kein hartes, fixiertes Ziel. Ein wenig Zeitdruck ergibt sich quasi von selbst, da wir letztens ein lustiges Hörspiel mit witzigen Stimmcharakteren aufgenommen haben. Und die Leute hätte ich schon gern mit im Boot für eine Hörbuchfassung. 😉

 

An meinem konkreten Projekt, eine Art Lernprojekt für ein physisches Business, das sich später hoffentlich in irgendeiner Form lohnen wird, lege ich mir einen roten Faden, einen lockeren Ablaufplan, zurecht. Hier gilt auch, kein Stress, kein Muss, genug Raum für Entwicklung und dennoch: dranbleiben.

 

Motivation ist ausreichend vorhanden. Statt dessen muss ich mich eher regelmäßig selbst wieder einfangen… Das wichtigste Etappenziel ist erstmal herauszufinden, wie das umsetzbar würde und ob es wirtschaftlich positiv laufen kann. Der Rest ist offen.

 

Entspannungsphasen, sowohl täglich als auch länger zwischendurch werden auch zur Entspannung genutzt. Insbesondere Letzteres darf man auf keinen Fall unterschätzen. Immer wenn der Kopf zuviel in der Zukunft ist, werde ich mich zurück ins Jetzt holen. 😉

 

Als absolutes Muss sehe ich mittlerweile ein Mindestmaß an Selbsterkenntnis an, also was zu mir selbst passt und was eher nicht, welche Ziele tatsächlich die eigenen sind. Hier bin ich schon viel weiter gekommen, denn ich gehe nur Dinge an, die sich längerfristig in meinem Kopf gehalten haben, die mich also stark motivieren und sich nicht wie Arbeit anfühlen.

 

Das wichtigste aber ist: Was nicht für jetzt auf der Liste steht, wird nicht gemacht. Das kann später mal kommen.

 

Wie ist das bei Dir? Hast Du andere Erfahrungen gemacht mit Planen, Loslassen oder sogar gänzlich planlos zu leben?

 

Bildquelle: selbst geknipst

 

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