Effektiv ruhen – Effektiv Arbeiten

Gepostet Von Ben am 7. Mrz 2018 | Keine Kommentare


Es ist schön zu beobachten, dass ein Umdenken stattfindet. Zwischen dem allgegenwärtigen Erfolgsmantra und der Ansicht, dass erfolgreiche Menschen angeblich niemals ruhen, zeigt sich immer mehr Licht am Ende des Tunnels. Ein Plädoyer für mehr Ruhe. Effektive Ruhe.

Niemand gibt 110% – das ist doch Bullshit!  –  Wir haben nur 100% und auch nur dann, wenn wir effektive Ruhe finden können. Sonst starten wir nach einer Nacht mit zu wenig Schlaf z.B. nur mit 80 oder 90% Power in den erneut anspruchsvollen Folgetag.

Die maximal 100% Power für den Tag müssen auch für das Ganze reichen. Wer also 100 Prozent im Job geben „muss“ wird abends nix mehr übrig haben für Familie, Freunde, Hobby oder sonstwas.

 

 

Leistung braucht Ruhe als Gegenpol

 

Wir müssen entsprechend mit unserer Energie haushalten. Effektive Ruhe ist deshalb eine Wichtige Säule der Gesundheit, und ohne Gesundheit keine super Leistung. – Leistung ist nun mal das Ergebnis länger andauernder produktiver Tätigkeit, geformt aus Können, Wollen und Dürfen. Wen Können und Wollen eingeschränkt sind, wird das nix mit der Top-Leistung. Und smart statt hart zu arbeiten kommt ja zum Glück auch immer mehr in Mode.

Angenommen eine Deadline ist bald fällig. Klar muss man dann mal „alles“ geben. Zum Beispiel eine Woche lang so richtig Gas geben. – Da macht es natürlich keinen Sinn, sich jede freie Minute noch mit anderen Themen auszufüllen. Besser ist es, extrem fokussiert und produktiv an dem einen Thema zu arbeiten.

Auch ist es NICHT hilfreich, viel Zeit mit einem perfekten Plan zu vertun. Besser ist es, sich kurz und knapp, quick and dirty, einen groben Ablaufplan zu machen (die große Aufgabe in kleine Scheibchen zu teilen) und mit einer kleinen Sache zu starten, die einfach erledigt werden kann. Das schafft Geschwindigkeit und Mut, denn es geht ja vorwärts!

Wichtig ist hier FOCUS: Follow One Course Until Success. EINE Sache. Die Priorität. Alle anderen Sachen sind um jeden Preis zu vermeiden.

Für Büromenschen wie mich: Im beruflichen Alltag ist das wahnsinnig schwer umzusetzen. Gelingt meist nur mit „radikalen“ Maßnahmen, wie (1) weg vom Arbeitsplatz (Besprechungszimmer buchen), (2) zeitweise nicht erreichbar sein, (3) die Arbeitszeit verlagern auf sehr früh oder späten Nachmittag bis abends, (4) Emails aus, nicht rein schauen. Nutze dedicated time – fest dafür eingeplante Zeiten. (5) Keine Ausnahmen von den zuvor genannten Punkten.

Nach so einem „Sprint“, wie es auch bei Teams genannt wird, wenn man an einem Stück sehr schnell und effektiv arbeitet, braucht es dann das volle Gegenteil: Ruhe.

Einerseits hilft effektive Ruhe, einen klaren Kopf zu bekommen, denn die aktuellen Fragen arbeiten im Unterbewusstsein weiter. So kommen gute Ideen oft erst, wenn man das Thema zeitweise loslässt. Andererseits ist einfach irgendwann der „Riemen runter“ und die Erschöpfung wirkt sich unbemerkt auf (Teil-)Ergebnisse aus.

So ist auch der tägliche Feierabend enorm wichtig! Da gilt das gleiche, wie bei einer größeren Unterbrechung wie das Wochenende oder Urlaub: Wenn Du ruhst, weil Dein Körper oder Geist erschöpft sind, dann ist das keine Zeitverschwendung, sondern gute Vorbereitung!

Zu Ruhen IST smart working. Das Unterbewusstsein kann als Mitarbeiter sehr hilfreich sein.  – So etwas wie ein komisches Bauchgefühl will Dir etwas mitteilen. Und das wird erst klarer, wenn das Gebrabbel im Kopf mal aufhört.

 

 

Work-Life-Balance mal anders

 

Thema Work-Life-Balance: Ein Leben in Balance ist das Ergebnis aktiven Ausbalancierens. Eine dauerhafte Balance an sich gibt es nicht. Es ist an uns, entsprechende Gegengewichte in die Waagschale zu legen. Dann entsteht Balance.

 

An dieser Stelle sei jedem geneigten Leser das Kapitel 8 im Buch „The One Thing“ ans Herz gelegt.

 

Wie zuvor schon angedeutet ist Zeit für eine Sache dann Zeit, die woanders weg genommen wird. 100% sind nun mal nur 100%. Pro Tag haben wir 1440 Minuten zur Verfügung. Diese Rechnerei macht mich immer fertig, deshalb gehe ich hier nicht weiter drauf ein. Aber Du weißt schon was ich meine.

 

Deshalb ist ja ein fokussiertes Arbeiten an den richtigen und wichtigen Dingen so essentiell. Zeit, die weg ist, ist weg. Und außergewöhnliche Ergebnisse aller Art, also auch ein schönes und erfülltes Familienleben, brauchen gewidmete Aufmerksamkeit und Zeit.

 

Dagegen ist es nun aber auch sinnvoll, gewidmete Zeit auch für die Arbeit an sinnvoller Ziellerreichung zu „geben“. Sonst wird das nix.

 

Wenn ich immer nur wenig gebe und kleine Dosen zwischen Arbeit (damit meine ich auch eigene Ziele, nicht nur den Job) und Privatleben verteile, wird das Ergebnis entsprechend „mittelmäßig“ ausfallen. Nämlich nahe an der MITTE zwischen den Extremen „ausschließlich arbeiten“ und „ausschließlich Faulenzen“. Auf diese Weise kommt quasi alles zu kurz. Man bekommt nur den Trostpreis, keinen echten Gewinn.

 

Nicht falsch verstehen: Das kann okay sein so. Wer das so möchte, gerne! Letztlich kommt es darauf an, Entscheidungen bewusst zu treffen!

Frei nach John Strelecki: Das Leben ist eine Folge von Entscheidungen, nicht von Zufällen. Und wir selbst sind die Entscheider.

 

Es ist aber ein Fakt, dass das Großartige, Außergewöhnliche, und Magische immer nur an den Extremen passiert. Also weit weg von der Mitte. Und genau hier liegt das Dilemma: Mit Extremen zu leben/zu arbeiten birgt wahre Herausforderungen.

 

Wer sich nur um die Arbeit, die Ziele, kümmert wird über kurz oder lang erkennen, dass er „kein Leben“ hat. Wer sich jedoch um keinen Fortschritt bemüht, wird bei seinen Träumen als Träumer zurückbleiben.

 

Wenn ich sage „Ich bin aus dem Gleichgewicht“, dann meint das meist, dass Dinge, die mir wichtig sind, zu lange zu kurz gekommen sind. Das zuvor angesprochene Dilemma, mit Extremen zu leben, führt dazu, dass Dinge, die wichtig sind, IMMER zu kurz kommen MÜSSEN. Wenn ich bei den mir wichtigen Dingen großartige Ergebnisse will, sorgt das zweifelsfrei für Spannungen.

 

Da kannst Du machen nix. 😉
Sich „noch mehr anzustrengen“ ist da völlig sinnlos.

 

Der Deal

 

Etwas für eine Weile unfertig liegen zu lassen ist Teil des Deals für herausragende Ergebnisse, sowohl privat/familiär als auch für die Ziele/den Job.

 

Und hier kommt die Idee des Gegengewichts ins Spiel:

 

„The idea of counterbalancing is that you never go so far that you can´t find your way back or stay so long that there is nothing waiting for you when you return.“
-Gary Keller, Jay Papasan – The One Thing

 

Man lehne sich also nicht ZU WEIT hinaus, egal auf welche Seite. Nicht ZU LANGE in einem Extrem verweilen. Immer sicherstellen, dass man nichts überstrapaziert.

 

Und doch muss allem, was mir wichtig ist, die Zeit und Aufmerksamkeit gegeben werden, die sie „fordert“. Und ein gesundes Privatleben braucht dafür entsprechend Achtsamkeit (es gibt kein besseres Wort). Arbeit jedweder Art kann warten, sie ist wie ein Flummi und kommt immer zurück. Andere Lebensbereiche sind zerbrechlicher. Die fallen zu lassen lässt sich selten wieder zusammenflicken.

 

Deshalb sprechen die Jungs in dem Buch The ONE Thing auch von Work-Life-Counterbalance (Gegengewichte) und nicht von Work-Life-Balance. Auf der einen Seite der Waage liegen die beruflichen und privaten Ziele, in der anderen Waagschale liegen Familie, Freunde, Gesundheit, und die eigene Integrität.

 

 

Wie finde ich effektive Ruhe?

 

Diese Frage muss jeder selbst beantworten. Man muss es ausprobieren. Als Anregung habe ich ein neues kostenloses E-Book in Vorbereitung. Darin sind einige Tipps für Achtsamkeit im Alltag zusammengestellt. Wenn Du Interesse an Meditation hast möchte ich auf diesen Artikel hier verweisen.

 

 

Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Ausbalancieren.

 

Bildquelle: Martin Schemm / pixelio.de

 

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